Kontakt.

Herzlich Willkommen in der neuen Chronometrie zur Horst. In unserem neuen Laden - den wir für Sie gebaut haben - finden Sie neben unseren neun Marken eine gute Auswahl an getragenen Klassikern und weitere interessante Uhrenhersteller, die wir aufgrund der mitunter kleinen Auflagen nicht ständig präsentieren.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Herzlich, Ihr
Jürgen zur Horst

Haarenstraße 29
26122 Oldenburg
Telefon: 0441 / 9 25 00 15
Telefax: 0441 / 9 25 00 14
E-Mail: contactzurhorst.de

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Zwei Männer, eine Mission. Ulf Janssen (50) ist niedergelassener Apotheker in der Jadestadt. Jürgen zur Horst (48) Uhrmacher an der Hunte. Sie verbindet der Mut, auch in der Lebensmitte noch einmal neue Wege einzuschlagen. Was dabei herauskam, ist seit Ende Januar in Oldenburgs Innenstadt unter dem Namen „Chronometrie“ zu bewundern. Dort ticken die Uhren buchstäblich anders. „Design made in Wilhelmshaven“ trifft hier auf Zeitgeist in seiner ureigensten Form. Mit dem KOMPASS sprachen die beiden über ein Projekt, aus dem eine Freundschaft wurde.

Wenn man Sie so zusammen sieht, kann man sich gar nicht vorstellen, dass Sie sich erst vor knapp einem Jahr kennen gelernt haben?

Janssen: Es stimmt aber. Eines Abends rief mich unser gemeinsamer Freund Gregor Schober an und sagte: „Koch’ etwas Anständiges, ich bringe jemanden zum Essen mit.“ Dieser Jemand war dann Jürgen.

Herr zur Horst, haben Sie sich nicht gewundert, was Sie bei einem Wilhelmshavener Apotheker sollen?

Zur Horst: Eigentlich nicht. Ich wusste ja, dass Ulf nicht nur seine „Schwanenapotheke“ betreibt, sondern auch erfolgreich Geschäfte umbaut.

Woher?

Zur Horst: Kennen Sie vielleicht das Buch über luxuriöse Geschäfte „Luxury Stores – Top of the World“?

Leider nein.

Zur Horst: Werfen Sie ruhig einmal einen Blick rein. Neben „Prada“ in Tokio, „Chanel“ in Paris und „Tiffany“ in New York wird dort auch die exklusive Oldenburger Parfümerie „Hautsache” vorgestellt. Und diesen Laden hat Ulf gestaltet.

Herr Janssen, was hat Pharmazie überhaupt mit Design zu tun?

Janssen: Bei mir eine ganze Menge. Ursprünglich habe ich beides studiert, mich später jedoch entschlossen, doch lieber Apotheker zu werden und bei meinen Eltern einzusteigen. Losgelassen hat mich die Architektur jedoch nie.

Wie darf ich das verstehen?

Janssen: 2001 habe ich mit den Architekten Bernd Schleitzer und Olaf Schultz sowie Wolfgang Styra in Berlin „Quartett“ gegründet. Wir haben uns schwerpunktmäßig mit Stratoküchen aus Mailand und Innenarchitektur beschäftigt. Mittlerweile bin ich dort allerdings wieder ausgestiegen.

Warum?

Janssen: Einerseits habe ich mit „puro“ 2005 eine Firma ins Leben gerufen, die sich mit Vertrieb und Dienstleistungen rund um Design und Gestaltung beschäftigt. Andererseits erfülle ich mir gerade meinen Lebenstraum und studiere seit 2009 in Oldenburg Architektur. Im Sommer mache ich meinen Bachelor.

Sie betreiben auch weiter Ihre Apotheke und haben die „Chronometrie“ gestaltet. Wie bringen Sie das alles unter einen Hut?

Janssen: Ich habe tolle Mitarbeiter, auf die ich mich verlassen kann. Zudem ist meine Frau Aleida ebenfalls Apothekerin und hat ein Faible für schöne Dinge. Sie unterstützt mich immer sehr. Ansonsten habe ich festgestellt, wenn man etwas gefunden hat, was das Herz zum Klingen bringt, schafft man alles.

Zur Horst: Das kann ich nur bestätigen. Ich habe ab Mitte der 90er Jahre in Oldenburg ein Juweliergeschäft geführt, das mich eigentlich ausgefüllt hat. Doch erst seit ich mich dazu entschieden habe, von der Langen Straße in die Haarenstraße umzuziehen, weiß ich, was es bedeutet, wenn einen die Arbeit völlig befriedigt. Denn damit habe ich mich völlig neu positioniert und biete nur noch hochwertige Zeitmesser an. Neben einer zertifizierten Werkstatt zeigen wir beispielsweise Uhren der Marken Breitling, Chronoswiss oder die Max Bill Uhren von Junghans. Diese mechanischen Uhren waren schon immer meine Leidenschaft. Zum Glück hat meine Frau Ute mich in meiner Vision stets bestärkt, anders kann man so etwas auch gar nicht umsetzen. Aber für die Realisierung brauchte ich natürlich noch den passenden Rahmen.

Das sieht man. Ihr Geschäft wirkt gleichzeitig großstädtisch und bodenständig, zeitlos und mutig. Lila Wände und schwarzen Teppich vermutet man ja bei einem Uhrmacher eher weniger.

Zur Horst: Freut mich, dass Ihnen die „Chronometrie“ gefällt. Übrigens nennt sich die Wandfarbe nicht Lila, sondern „Bible Black“.

Ach ja?!

Zur Horst: Der Ton heißt so, weil früher kirchliche Ordensträger für ihre Roben ein dunkles Violett bevorzugten. Das Schöne ist, dass diese Farbe an den Wänden changiert. Mal schimmert sie schwarz, dann rauchblau, um plötzlich vor den Augen zu einem satten Lila zu verschmelzen. Um den schwarzen Teppich habe ich allerdings mit Ulf kämpfen müssen.

Wieso?

Janssen: Ich wollte lieber schwarze Schieferplatten. Aber ich bin ja nicht belehrungsresistent.

Zur Horst: Ich jedenfalls liebe den Teppich schon jetzt. Allein schon wegen der Akustik. Er schluckt buchstäblich Geräusche. das ist wichtig vor allem bei Kundengesprächen. Nebenbei erwähnt, stammt der Bodenbelag – wie so vieles hier – aus Wilhelmshaven.

Woran liegt das? Gibt es keine Handwerker an der Hunte?

Zur Horst: Doch, das goldene Firmenlogo und die Fassade stammen zum Beispiel vom Oldenburger Metallbauer und Künstler Jörg Ridderbusch. Ansonsten habe ich mich überwiegend auf Ulfs kompetentes Team verlassen. Da ich selbst in Wilhelmshaven Betriebswirtschaft studiert habe, weiß ich, die Jadestädter sehr zu schätzen. Und wie man sieht, gibt mir meine „Chronometrie“ Recht.

Liegt es auch daran, dass Sie beide als Uhrmacher und Apotheker von Haus aus sehr akribisch arbeiten?

Zur Horst: Teilweise sicher. Aber wenn man sich – wie ich – für ein ganzheitliches Konzept entscheidet, braucht man mehr als nur eine reine Bauplanung. Manchmal hatte die Betreuung direkt etwas Seelsorgerisches. Aus dieser intensiven Zusammenarbeit ist letztlich eine Freundschaft entstanden.

Janssen: Die Chemie stimmt eben. Wir ticken ähnlich, sind Perfektionisten und lieben es, wenn Funktionalität und Design sich miteinander verzahnen.

Dann lag der alte Rockefeller also goldrichtig, als er sagte: „Eine Freundschaft, die sich aufs Geschäft gründet, ist besser als ein Geschäft, das sich auf Freundschaft gründet?“

Janssen/zur Horst: In unserem Fall definitiv.